"Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben.“
(Dr. Moshé Feldenkrais)
Damit sich beides ungehindert entfalten kann, benötigen Mensch und Tier Balance, d.h. die Ordnung zur Schwerkraft hin darf nicht gestört sein.
1 Techniken
Diverse manuelle Techniken aus der Feldenkraislehre sowie Handgriffe aus Massage und Akupunktur können bei Pferd und Reiter zur effektiven Hilfe werden sich selbst zu spüren und den Körper "aufzumachen" für mehr Rittigkeit beim Pferd und zeitnahere,geschmeidigere Hilfengebung über einen tieferen,geschlosseneren Sitz beim Reite. Gleichzeitig wird das Immunsystem gestärkt und Stoffwechselprozesse gefördert.
2 Geschicklichkeit und Koordination
Aufgaben zur Geschicklichkeit, Kopf- Hand- Koordination und zur Orientierung im Raum verbessern den Zugang des Pferdes zur umgebenden "Welt" und zu seinen Arbeitsplätzen. Aus einschränkender Aufzucht und Haltung oder rangniedriger Position erworbene Leistungsdefizite können dadurch abgebaut werden. Pferd und Reiter lernen OBEN - UNTEN/ WEIT - NAH/ INNEN - AUSSEN/ HINTEN - VORNE zu taxieren und sich vorzubereiten. Die Hilfengebung des Reiters ist besser verstehbar und wird leichter umgesetzt. Der Reiter kennt sein Pferd in der Bearbeitung des umgebenden Raumes besser und wirkt sinngemäßer sowie verdichteter oder unauffälliger ein.
Das Geradeaus wird echter. Die Arbeit auf der Kreislinie wird präziser - Rückwärts sowie Seitwärts werden verstehbar. In das Halten kehrt Ruhe ein.
3 Aufgaben zu Angst und Mut
Eine geschützte Aufzucht und Haltung sowie das Anreiten in Reitbahn oder Halle vorenthalten Pferd und
Reiter dosierte, sich steigernde Aufgaben zur Gefahrenbewältigung alleine oder in der Gruppe.
Selbstbild und Selbstvertrauen des Pferdes sowie das Vertrauen vom Reiter zum Pferd und der Gehorsam vom Pferd zum Reiter werden an gefährlich anmutenden Aufgabenstellungen geschult. Im Ergebnis ist das Pferd selbstsicherer und umgebungssicherer. Der Reiter traut seinem Pferd mehr zu und kann real mehr Mut abfragen.
4 Reiten und Unterrichten
Lernziele sind das Erreichen des Balancesitzes im Stand und in der Bewegung. Das gilt beim Sitz des Sportreiters genauso wie beim Reiten als Therapie oder Freizeitreiten. Das Wissen darum, wann und wie alle Sitzarten zu Pferde eingesetzt und umgesetzt werden. Hilfengebung und Einwirkung werden für den Reiter durchschaubar und für das Pferd verstehbar. Unterrichtsinhalte sind auch Lockerungsübungen und Gymnastik für den Reiter sowie das Schaffen der Basis bei Pferd und Reiter für einen kontrollierten Aufbau von Losgelassenheit zu ausdrucksvoller, belastbarer Kraftentfaltung.
Besseres Reiten auf ausgeglichenen Pferden durch die Feldenkraislehre!
"Paul" läuft nur verzögert, schleppend und gebunden los, wenn der Reiter treibt.
Die Reiterin will anhalten, jedoch "Lotte" verdreht sich im Hals und Genick mit Wirkung über den Rücken auf das Hinterbein. Dabei sperrt sie das Maul auf und ändert die Richtung. Evtl. wird sie dabei etwas langsamer.
"Golfür" soll galoppieren. Los rast er im Trab oder Tölt, dabei immer schneller werdend. Zwischendrin fällt er in einen Tralopp, den Galopp im Viertakt ohne Schwebephase.
"Hektor" darf springen und soll springen. Er springt willig und hoch hinaus. Leider schleudert er dabei seine jugendliche Reiterin erst hinter die Bewegung oder hinter den Sattel um sie mit einem nachgelegten Hupfer hinten hoch nach vorne unten auf den Boden zu befördern.
"Rasante" "Fulminante" und "Rosinante" denken nicht daran auch nur minutenweise am Zügel zu gehen, obwohl das allseits gerne gesehen würde. Die Reiter jedenfalls machen sichtbare Versuche.
ALL DIESEN BEISPIELEN IST GEMEINSAM, DASS DIE PFERDE DEN REITER NICHT VERSTANDEN HABEN!
Sie reagieren diffus, reflexartig oder garnicht auf das, was ihr Reiter an Hilfen heraustut.
REITERHILFEN SIND BALANCEHILFEN!
Vor dem Reiten steht jeweils eine Frage des Schülers oder des Pferdes, die sich im Ergebnis mit einer Höherstufung der Gesamtbalance beantwortet.
Erlebnisorientiertes Reiten ist okay (Ausreiten, Reiterspiele), insofern das kleine Einmaleins der Hilfengebung erlernt wird.
AUFBRAUCHREITEN IST EIN NOGO, SOWIE DER FRUSTABBAU AN DER WARE PFERD!
Die Reitkunst umzusetzenbedeutet immer, eine gefühlte Erkenntnis von Natürlichkeit und Gleichgewicht zu haben und diese in Bewußtheit veranlassen zu können. Das ist das große Einmaleins.
Am Anfang steht ein Talent zum Gleichgewichtssinn oder zumindestens ein Wollen im Aufspüren desselben.
Der Aufbau besteht aus Aufmerksamkeit zu einem Horchen, in der Stille sein, Schauen, Spüren, Wiederholen können und in atomatisierten Teilschritten ein Aufmachen und eine Erweiterung zu akzeptieren und sich daran zu freuen.
"IN DER WIEDERHOLUNG LIEGT DIE WIRKUNG" und so dauert die Basisarbeit mehrere Jahre. Der technische Überbau einer jeden Reitsparte läßt sich viel leichter einbauen.
Was also kann der geneigte Leser tun, dass reiterliche Einwirkung vom Pferd auch als Reiterhilfen verstanden werden können?
ARBEITEN SIE DRAN!
Spiegeln Sie Sich! Ihr Gegenüber ist auch ein lebendiges Wesen mit Herz, Bauch und Hirn: will atmen, spüren, angenommen sein. Ein Freund, ein Lehrer, ein Pferd.
Sie zeigen Ihnen, was sie brauchen und sie geben Ihnen was sie vermögen.
JOY OF RIDING IST JOY OF LIVING!
Wenn Sie nicht zurechtkommen, können Sie mich fragen.
Ich arbeite dran. Herzlich Marie-Luise von der Sode